Niemand zweifelt an, wie großartig Computer- und Videospiele sein können. Egal, ob wir Dutzende Kämpfe überstehen, knackige Rätsel lösen oder einfach nur von A nach B spazieren: Sie entführen uns aus unserem tristen Alltag, machen uns zum Helden und verstärken unsere Lebensfreude. Doch leider gibt es auch die eine oder andere Schattenseite, besonders wenn es um große Publisher wie Activision Blizzard oder Electronic Arts geht. Bei vielen Spielerinnen und Spielern wächst angesichts moralisch zweifelhafter Praktiken der Hersteller immer mehr der Groll. Und dazu gehören natürlich auch knallharte Lügen, die dem Publikum immer wieder aufgetischt werden.

Table of contents

Seite 1. Die Lügen der Spielebranche – Seite 1Nächste Seite

1.1. April April!

1.2. Eine Vorspiegelung falscher Screenshots

Seite 2. Die Lügen der Spielebranche – Seite 2

2.1. Nichts ist umsonst im Leben

2.2. Vom Stardesigner zum notorischen Lügner

Seite 3. Die Lügen der Spielebranche – Seite 3

3.1. To learn from mistakes

Seite 4. Bildergalerie zu “Die Lügen der Spielebranche: Aprilscherze, geschönte Bilder und leere Versprechungen”

April April!

Andere Scherze dieser Art gehören in die Kategorie männlich-pubertäres Wunschdenken, wie beispielsweise die Gerüchteküche rund um Nacktheits-Codes weiblicher Spielfiguren. Besonders schlimm erwischte es Lara Croft aus Tomb Raider, die Opfer gleich mehrerer solcher Aprilscherze war. Das Gerede rund um einen “Nude Cheat” hielt sich derart hartnäckig, dass der britische Entwickler Core Design in der ersten Fortsetzung von 1997 tatsächlich eine geheime Tastenkombination einbaute. Wer diese jedoch ausprobierte, der bekam keine nackte Haut zu sehen, stattdessen wurde die Polygondame buchstäblich in die Luft gesprengt!

Eine Vorspiegelung falscher Screenshots

Die nächste Kategorie der Lügen grassierte vornehmlich in den 1980er-Jahren, wozu wir etwas weiter ausholen müssen. Zum damaligen Zeitpunkt gab es viel mehr Computersysteme und Konsolen als heute. Des Weiteren waren die technischen Unterschiede wesentlich prägnanter: So konnte ein C64-Spiel allein aufgrund der niedrigeren Auflösung und der Beschränkung auf 16 Farben nie und nimmer so gut aussehen wie die Top-Hits für den Commodore Amiga.

Immerhin wurde es im Laufe der 1980er mehr und mehr zur Praxis, dass neben den abgelichteten Screenshots der Name des zugehörigen Computers stand. Aber auch das konnte mitunter für Verwirrung sorgen, wie das Shoot’em-Up Katakis (1988, auch bekannt als Denaris) bewies: Auf der Packung war sowohl die C64- als auch die Amiga-Fassung zu sehen und es wurde nicht klar gesagt, welches Bild zu welcher Version gehörte. Das Problem mit den Screenshots löste sich erst gegen Ende der 90er-Jahre mehr oder weniger in Luft auf, weil sich die konkurrierenden Konsolen in Sachen Leistung immer mehr ähnelten und der klassische Heimcomputer ausstarb. Dafür setzten die Publisher an anderer Stelle mit ihren mutmaßlichen Täuschungsmanövern an und köderten ihre Käufer mit geschöntem Videomaterial, das auf Gaming-Messen wie der E3- oder der Gamescom vorgestellt wurde.

Diesbezüglich gab es bislang drei besonders exemplarische Beispiele, die vielen Spielern in schlechter Erinnerung geblieben sind: 2012 zeigte Ubisoft erstmals Ausschnitte aus ihrer Open-World-Hacking-Simulation Watch Dogs (2014). Der Hersteller erntete viel Lob für die detaillierte Grafik der Straßen, der Häuser und der stürmischen Wetterverhältnisse. Leider konnte das finale Spiel nicht die Versprechungen halten und wirkte deutlich gewöhnlicher, als es das E3-Video suggerierte. Es fehlten zahlreiche Effekte, weshalb die Grafik bei Weitem nicht so plastisch wie in den Trailern aussah.

Wie extrem solch ein “Backlash” werden kann, sobald sich die Spieler aufgrund der halbgaren Versprechungen eines Entwicklers getäuscht fühlen, zeigte Aliens: Colonial Marines (2013). Auch hierzu wurden im Vorfeld vielversprechende Bilder und massenweise Videomaterial gezeigt, von deren Grafikpracht im finalen Spiel wenig übrigblieb und sogar angekündigte Abschnitte nirgends auffindbar waren.

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Im Gegenzug blieb es diesmal jedoch nicht bei einem kollektiven Aufschrei: Publisher Sega und US-Entwickler Gearbox mussten sich allen Ernstes gegen eine Sammelklage von über 135.000 Erstkäufern des Spiels verteidigen, die sich betrogen sahen. Während Gearbox jegliche Schuld von sich wies, biss Sega in den sauren Apfel und konnte die Klage dank einer außergerichtlichen Einigung abwenden. Der Publisher musste demnach 1,25 Millionen Dollar Entschädigung zahlen – gleichwohl ein ganzer Batzen davon für die Anwaltskosten draufging und der einzelne Käufer am Ende gerade mal fünf Dollar erhielt.

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